Bräuche sind ein wesentlicher Bestandteil jeder Hochzeit. Abhängig der Region unterscheiden sich die Hochzeitsbräuche, zu den gängigsten zählen das Hochzeitsstraußwerfen, ein geschmücktes Hochzeitsauto, Reiswerfen, ausgiebiges Poltern und lustige Streiche. 

Bei den meisten Hochzeitsfeiern finden sich kleine Bräuche, welche die Feier auflockern. Die Hochzeit ist auf vielen Traditionen aufgebaut. Damit wird das Fest ein ganz besonderes Ereignis. Manche dieser Bräche hat man schon als Kind miterlebt. Die beliebtesten Bräuche sind sicherlich vor der Hochzeit das Poltern, das Hochzeitsauto mit dem die Braut zur Trauung gebracht wird, nach der Trauung beim Auszug das Werfen von Reis oder Pusten von Seifenblasen.

Am Ende der Feier ist das Werfen des Brautstraußes um Eheglück für eine Unverheiratete zu bringen. Die Hochzeitskutsche wird zumeist von der Hochzeitslimousine ersetzt und statt Reis finden sich oftmals Seifenblasen beim Hochzeitsauszug. Bei der Feier sind populär kleine Streiche, das gemeinsame Sägen eines Baumstammes, das Schneiden der Hochzeitstorte, die Versteigerung des Brautschuhs, in manchen Regionen sogar das Entführen der Braut und Blechdosen am Auto als auch lautes Hupen im Autokorso. Nach der Hochzeit findet sich mancherorts der Brauch des Hahnholens.

 

der Polterabend

Ein vorehelicher Brauch ist der Polterabend, der ursprünglich böse Geister vertreiben sollte und heutzutage eine Abschiedsfeier vom Junggesellendasein ist. 

Das Poltern ist ein uralter Brauch, der schon vor der christlichen Ära populär war. Der Abschied vom Junggesellenleben kommt ursprünglich aus Griechenland. Traditionell findet der Polterabend vor dem Haus der Braut statt. Ursprünglich wurden beim Poltern Porzellan und Keramik wie Teller, Blumentöpfe oder Fliesen zerschlagen um böse Geister zu vertrieben. Jedoch war es untersagt Glas zu zerschlagen, da es als Unglück galt. Diese Scherben wurden dann vom Brautpaar gemeinsam zusammengekehrt.

Der Polterabend ist ein Tag vor der Trauung. Manche verstehen auch unter Poltern den feierlichen Abschied vom Junggesellendasein. Der Polterabend ist der Abschied von der Junggesellenzeit. Hierzu werden normalerweise keine Einladungen verschickt sondern es geht eher spontan und ungezwungen zu. Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn, Bekannte, Verwandte nehmen am Polterabend teil. Für den Polterabend gibt es normalerweise keine Kleidungsvorschrift. In manchen Regionen wird um Mitternacht die Hose des Bräutigams verbrannt. Ebenso werden die Schuhe von der Braut auf ein Holzbrett genagelt. Damals feierten nur Männer den Polterabend. Doch seit der Emanzipation ist dieser Brauch auch bei Bräuten anzutreffen. Humorvolle Spiele, wie Küsse versteigern, lustige Dienstleistungen finden sich bei Polterspielen wie  amüsante Sachen verkaufen oder andere Blödeleien.

 

Dem Brautpaar Streiche spielen

Streiche, die dem Brautpaar gespielt werden, nehmen in manchen Gegenden einen fixen  Platz ein.  Von Räume mit Ballons füllen bis Genestände verstecken sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. 

Dieser Brauch findet sich in manchen Regionen. Dabei wird dem Brautpaar ein kleiner oder größerer Streich in dessen Wohnung einen Tag oder in der Nacht vor der Hochzeit gespielt. Oft werden einfache Alltagsgegenstände in der Wohnung versteckt, wie Lebensmittel im Kleiderkasten, oder Zucker und Salz vertauschen. Andere bevorzugen es einen Wecker im Schlafzimmer zu verstecken, der mitten in der Nacht losgeht. Zu den größeren Streichen zählen jene, wo der Zugang zu bestimmten Räumen oder sogar zur Wohnung selbst verstellt wird.

Pappbecher, Styropor oder Verpackungsmaterial sind hierbei besonders beliebt. Sehr ungemütlich wird es wenn der Streich das Ausschalten der elektrischen Anschlüsse, den Wasseranschluss oder Gasanschluss betrifft. Dann gibt es vorübergehend kein Wasser, keinen Strom oder kein Gas. Eine andere Möglichkeit ist es einen Raum wie das Schlafzimmer mit Luftballons oder anderen Sachen zu füllen. Ein weiterer Streich wäre das Ehebett, den Fernseher, die Kleidung oder anderes zu verstecken. Inserate im Internet oder Zeitschriften für Schnäppchenjäger, dass das Brautpaar etwas zu verschenken hätte, sind auch beliebt und sorgen dafür dass das Paar recht früh von Fremden aufgeweckt wird.

 

Wecken der Brautleute

Schadenfroh wird das Brautpaar mit lauten Sirenen oder Knallkörper des Schlafs beraubt.

Dieser Brauch erscheint eher sarkastisch aber ist dennoch weit verbreitet. Am Hochzeitsmorgen wird das Brautpaar mit Knallern, Sirenen, Geschossen und anderem Lärm aus dem Bett gejagt. Wer sich dabei denkt, dass das Brautpaar um acht Uhr morgens geweckt wird, der irrt. Denn üblicherweise gilt es hierbei je früher umso besser. Idealerweise bereits in den frühesten Morgenstunden. Geschlafen wird zumeist vor der Hochzeit erfahrenerweise wenig. Baldrian für die Nerven und Bachblüten-Notfalltropen, sollen da weiterhelfen.

Manche verstecken mehrere Heulsirenen in der Wohnung des Brautpaars, welche mit einem Zeitschaltmechanismus nacheinander im 15 Minutentakt losgehen. Die Nerven, die schon strapaziert sind, werden dabei sicher nicht verschont. Meist wird durch den Lärm das Brautpaar erschrocken.  Wenn das  Brautpaar in der letzten Nacht getrennt schlafen sollte, werden beide getrennt geweckt, doch schreckhaft geweckt, werden sie auf jeden Fall. Damals wurde nur der Bräutigam geweckt, doch heutzutage hat sich dieser Brauch ausgedehnt und es gibt keinen  Unterschied, Braut und Bräutigam werden schadenfroh aufgeweckt. Frühstück findet danach im Kreis der engsten Familie, idealerweise bei den Eltern statt.